1 Jahr VlikeVeronika

Vor 400 Tagen hätte ich das noch für ziemlich doof gehalten – ein Blogbeitrag, den ich meinem eigenen Blog zum 1. Geburtstag schreibe – aber in einem Jahr und ein paar Wochen kann vieles passieren. Meine Höhen, Tiefen und learnings im ersten Jahr mit VlikeVeronika.

Vor 400 Tagen

Ich wollte nie Blogger werden. Ganz ehrlich: Ich fand das immer anspruchslos und den Leser für dumm verkaufend – kurzum: scheiße.
So. Ich hab’s gesagt. Schlimmer noch: ich hab’s geschrieben.
BloggerInnen waren in meiner Vorstellung Menschen, die sich auf die oberflächlichste Weise mit „Montagmorgäähn“-Schmäh und Chia-Samen-Glibber-Müsli durch die Woche bloggten, fünf beistrichlose Sätze über die Hose, die sie „zum Prokrastinieren“ trugen, verloren und wenig mit „echtem Leben“ – meinem Leben – zu tun hatten. Schnittfläche: minimal.

Trotzdem

Im November 2011 habe ich – trotz innerer Widerstände – den veronicard-„Blog“ begonnen. Ja, mit Anführungsstrichen, denn unterm Strich war es eine einfach handhabbare Möglichkeit, Fotos meiner handgemachten Karten (daher auch der Name veronicards) online zu stellen, um Menschen, die mich nach meinem Kartenbastel-Hobby fragten, auf diese Blog-Seite verweisen zu können. Kaum Text, keine Anleitung zum Selbermachen, einige Fotos.
Im Juli 2012, kurz nach unserem Umzug in eine größere, 300 Euro teurere Wohnung, kam die Palettencouch in mein Leben. Wir hatten schlichtweg wenig finanziellen Spielraum, um nach einem Umzug mit Umzugsfirma, Immo-Makler-Gebühren, Kaution, Rigips-Wand-Aufstellen-Lassen und der teureren Miete auch noch eine Wohnzimmercouch zu kaufen. Also bauten wir die Palettencouch und ich stellte die Anleitung auf veronicard online. 45.000 Hits. Und mit jedem einzelnen Aufruf wurde mir klarer: Die Menschen da draußen suchen DIY-Ideen.

Palettencouch Anleitung VlikeVeronika veronicard

Für mich war das zuerst mindblowing! Die Palettencouch hat meine Einstellung verändert, mir die Augen geöffnet.
Ich habe immer DIY-Projekte umgesetzt, Reste verwertet, Materialien und Gegenstände zweckentfremdet mir aber nie die Zeit genommen, das in Bild und Text festzuhalten – oder es gar „Upcycling“ zu nennen. Es war Resteverwertung. Immer ein bisschen beschämt und entschuldigend: „Rosinen? Ja, haben wir. Die sind da in dem Gurkenglas.“, „Das T-Shirt? Das war eine Bluse meiner Oma, ich hab da nur ein paar Nähte verändert.“, „Der Stifthalter? Ähm, das ist eine meiner Lieblingstassen, aber als der Henkel abgebrochen ist, hab ich sie umfunktioniert, weil ich mich noch nicht trennen kann.“ Ich bin nicht fancy. Manchmal wäre ich es gerne – in Küchen mit lauter gleichen Lebensmittelvorratsdosen zum Beispiel – aber am Ende des Tages schüchtern sie mich ein, weil sie einen Lebensstil zum Ziel setzen, den ich verstehe, aber 22 Stunden des Tages nicht anstrebe.

Ich LIEBE es, Dinge selbst zu machen. Materialien auf ihre Veränderbarkeit, Wandelbarkeit, Belastbarkeit zu überprüfen und dann anderen zu sagen: „Hey, schon mal probiert das hässlichste Geschenkpapier zu falten und daraus die ultimative Partydeko zu machen? Das geht!“

Früher war die Marke „Selbstgemacht“ nicht schick. Das galt als dilettantisch und geizig. Bis wir uns erlaubt haben, Dinge wieder anders zu sehen. Pinterest, Instagram, Hygge-Trend, Shabby Chic, Slow Fashion, Ich-kauf-nix-Einstellung und mit ihnen die Print-Magazine, die auf diese Trends aufgestiegen sind, haben über die Jahre eine Wende gebracht.

Aber

Beinahe hätte ich es verschlafen. Obwohl das genau mein Thema ist. Und zwar deshalb: Weil ich das Bloggen einfach … bescheuert … fand. Das war kein Job. Das war damals ein von allen Seiten belächeltes Hobby. Und genau so habe ich es behandelt. Von Ende 2011 bis 2017.
Tolle DIY-Projekte, aber wenig Strategie in der Vermarktung, kaum Kapazität über das Schreiben hinaus und sehr viel „Ach das? Das ist ja nichts Besonderes!“ in meiner eigenen Haltung.
Heute ist es für mich kein Wunder mehr, dass ich mit dreieinhalb- bis sechstausend Seitenaufrufen im Monat mein Maximum erreicht hatte. Ich hatte kein definiertes Ziel (ein Nebeneinkommen aus dem Bloggen oder die Weltherrschaft), eine Seite mit vielen bugs und eine destruktive Einstellung.

Aber es war nicht alles schlecht! [veronicard wurde akkreditiert, einer der 20 TOP-DIY-Blogs Österreichs zu sein, eine Idee erschien mal in einer WOMAN-Ausgabe, ein anderes mal war ich Bloggerin des Monats im VORMagazin der Wiener Linien.] Ich war nicht erfolglos, aber mein größter Gewinn aus veronicard ist ein anderer: Ich habe 6 Jahre Erfahrung im html-Code-Umbauen, im Themes*-Wechseln, in Blogspot- und WordPress-Bedienung, Entwicklungsbeobachtung von Social-Media-Netzwerken und einen großen Fundus an DIY-Projekten, die ich nie oder nur husch-husch (österreichisch für: im Schnelldurchgang) veröffentlicht habe. ALLES, was ich in diesen 6 Jahren blogtechnisch gemacht habe, hat mich darauf vorbereitet, was dann kam.

* Ein Theme ist eine vorgebautes Website-Design, das man installieren und die Website dann noch ein bisschen adaptieren/personalisieren kann.

Der große Umbruch

veronicard handgemachte Gruß- und GlückwunschkartenIch hatte mit veronicard eine Sackgasse erreicht. Eigentlich schon eine Weile, aber Veränderung braucht Zeit.
Nebenbei hatte ich still und heimlich ein Projekt on the side begonnen, bei dem ich über Alltagsthemen schrieb, die mich als Frau, Ehefrau, Mama oder selbstständige Texterin & Journalistin beschäftigten. Still und heimlich – wie immer. Nur nicht zu laut, zu auffällig, zu selbstverliebt.
Beruflich schreiben, privat schreiben und basteln, in jeder meiner privaten und beruflichen Rollen alles geben – irgendwann wurde das Gefühl der Zerrissenheit zu groß. Und dann kam der Wendepunkt.

In einem Anflug von Wut und Frust habe ich im Herbst 2017 meine beiden Facebook-Seiten offline genommen – um zu sehen, wie lange es dauert, bis mich jemand darauf anspricht. Hätte ich VlikeVeronika von dieser Reaktion abhängig gemacht, gäbe es den Blog nicht, aber mir war klar, dass es nicht am Inhalt, sondern der Vermarktung lag. Es war der Anfang vom Ende und der Anfang vom Neuanfang.
Ein Neuanfang auf Raten.

Press Reset. Now.

„Einmal“, habe ich mir gesagt, „versuch ich’s noch. Diesmal richtig.“
1 Blog-Name, unter dem all meine Themen Platz haben, 1 Instagram-Account, 1 Blog, den es zu bespielen gilt, 1 Hauptthema mit DIY und viel Raum für alles andere, wenn mir etwas auf der Zunge liegt oder unter den kurzen DIY-Fingernägeln brennt.

Am 31. Jänner 2018 habe ich mir ein Glas Wein eingeschenkt, veronicard und zwei weitere WordPress-Blogs offline gestellt, die Domain vlikeveronika.com, ein Blog-Theme gekauft und die Seite eingerichtet. Von heute auf morgen alles auf Neustart gesetzt.

Am Anfang tat das weh. So viel Content, der verloren ging. So viele Pinterest Pins, die durch das Offline-Stellen ins Leere liefen. So viele verlorene Leser und Follower.

Heute weiß ich, dass es gut war.

Heute weiß ich, dass der Blog und ich persönlich diesen Cut gebraucht haben, um Raum für etwas Neues zu machen, das in einem Jahr größer geworden ist, als das, was davor war.
veronicard war immer ein bisschen im Schatten meiner Zweifel: „Fürs Basteln Geld verlangen – das geht doch nicht. Für Karten: ja. Für DIY-Ideen: nein.“ Insgeheim habe ich davon geträumt, ein Endorsement, wie das Musiker oft für Musikequipment haben, für Bastelmaterialien zu haben. Von Marken, die ich sowieso verwende und von denen ich überzeugt bin. Aber ich habe mir nicht zugestanden, auf dieses oder ein vergleichbares Ziel (Kooperationen) hinzuarbeiten.
Entscheidend war der Schritt, Geld in die Infrastruktur (Domain, Webhosting, Blog-Theme …) statt in Bastelmaterialien zu investieren – weil er das „Ja“ zu meiner inneren Frage, „Will ich das?“, und ein „Hör auf“ zu meiner zynischen Haltung zum Bloggen war.

V wie …

… Veränderung.

Geschichten, die mit V beginnen sind sehr vielseitig. Sie handeln vom Versuchen, Verarbeiten, Verbessern, Verstärken, Verlegen, Verpfuschen, Versemmeln, Vergessen, Versorgen, Verantworten, Vertragen, Verbildlichen, Verdeutlichen, Verbinden, Verdanken, Verschönern, Versiegeln, Verabreden, Verreisen, Verrücktwerden, Verfangen, Vergleichen, Vergegenwärtigen, Versichern, Vertrauen, Vergolden, Verwirren, Verankern, Verlöten, Verbrennen, Verletzen, Verängstigen, Vergnügen, Verplempern, Verlängern, Verwenden, Verwerten, Versprechen, Verändern und von der Verwandlung von einer Sache zur nächsten. 

Und weil das Leben eben vielseitig und mein Name nur eine Facette von V ist, heißt mein Blog VlikeVeronika.

Meine 8 wichtigsten learnings in einem Jahr mit VlikeVeronika

Feiere deine Erfolge. Wenn du dich auf einer Autoreise oder einer Wanderung befindest, kommen Wegweiser und Markierungen. Du bleibst stehen, drehst dich um, genießt den Ausblick, bist stolz auf das, was du bereits geleistet und hinter dich gebracht hast. Warum machen wir das im Leben so selten? Eine tolle Kooperation, eine Erwähnung in einem Magazin, ein Leser, der dir das Kompliment eines nachgemachten DIY-Projektes macht, 300 Instagram-Follower, 500 Follower? Alles Gründe zum Feiern!
Das Einzige, was uns innerlich abhält, solche Erfolge zu feiern, ist die Tatsache, dass wir uns mit den Falschen messen: Mit Menschen, die schon weiter sind oder „mehr“ erreicht haben. Feiere dich und deinen Erfolg! Setze deinen Erfolg nicht in Relation zu anderen.

Vernetz dich. Früher hat mir die Notwendigkeit und damit auch die Muße gefehlt, mich zu vernetzen. Ich hoffte immer, meine Inhalte alleine würden überzeugen, aber je genauer ich mir das ansehe, desto mehr glaube ich, es geht AUCH um Vernetzung, Partnerschaften, Gleichgesinnte.
Von außen betrachtet unterstellt man Bloggern gerne Redebedarf, Selbstzentriertheit und damit auch Networking Skills. Fakt ist: es gibt beide Extreme des Spektrums und viel dazwischen im Blogger-Kosmos. Für den (im echten Leben) Beobachter ist es nicht gerade vertrautes Terrain, sich als Person und mit seinen Inhalten laut zu vermarkten. No worries! Ich habe mich jetzt ein Jahr lang im Kleinen auf Social Media (Facebook-Gruppen, Instagram-Bekanntschaften, Pinterest-Gruppenboards) vernetzt und mit jeder Erfahrung, die halte es mittlerweile für realistisch, auch mal meine Komfortzone zu verlassen und ein Blogger-Treffen zu besuchen. Wenn man sich vom Titel „Hobbybastler“ verabschiedet und zu dem steht, was man ist – DIY-Blogger – hat man mit einem Schlag zig neue ArbeitskollegInnen.

Es ist Arbeit. Bloggen ist Arbeit: Content erstellen, Fotos machen und bearbeiten, Artikel schreiben, Pinterest-Grafiken erstellen, Zeitpläne für Veröffentlichungen erstellen und ihnen folgen, Social Media Posts, die auf die Zielgruppe und Sprache des jeweiligen Netzwerks angepasst sind, zu erstellen … all das ist Arbeit. Und da sprechen wir noch nicht einmal von dem Wissen, das man im Hintergrund parat haben musst: Rechtliche Fragen zu Impressum, Kennzeichnungspflicht (von Posts, die im entferntesten als Werbung ausgelegt werden können) und DSGVO in einem Business, das erst heranwächst und in vielen (!) Belangen kein konkretes Regelwerk hat, dem man folgen kann oder muss. Buchhalterische Fragen wie „Was muss eine Rechnung an einen Kunden im Ausland aufweisen?“ oder „Kann ich meine Kamera absetzen? Über wie viele Jahre muss ich sie absetzen, wenn ich sie nach September gekauft habe?“. Was ist das ideale Format für einen Pinterest-Pin im Jahr 2019? Wie viele Sekunden darf ein Video für den Instagram-Feed haben? Wie und mit welchen Inhalten erstelle ich ein Media Kit? Wie sichere ich meinen Blog? Wie kann ich die verwendeten Schriftarten lokal auf dem Blog einbinden, damit die Fonts nicht von Servern abgerufen werden, die die die IPs meiner LeserInnen unverschlüsselt abgreifen? Es sind 10 Fragen von 1000, die man beantworten und im Zweifelsfall dafür geradestehen muss. DARUM: Steh dazu, dass es kein Hobby, sondern Arbeit ist.

Arbeit hat ihren Wert. Reden wir über Geld! Ich verrechne als Texterin einen Stundensatz, der im Durchschnitt liegt. Ich zahle davon meine Versicherung und liefere dem Finanzamt seit 10 Jahren pünktlich eine Einkommensteuererklärung ab. Zeit, die ich für DIY-Projekte verwende, geht von meinem Zeitkonto als Texterin weg. Völlig logisch, dass ich dasselbe dafür verlange. Nicht? Schon. Promise to self: Verkauf dich nicht unter deinem Wert.

Es stehen lassen. Wisst ihr noch? Was ich vor 400 Tagen alles für unmöglich und doof hielt? Ich habe gelernt, vieles davon einfach stehenlassen zu können. Neidlos. Mit dem Verständnis, dass sich unsere Welt verändert und es den Markt für Modefotos in den unnatürlichsten Posen schon immer gab, er nur jetzt nicht ausschließlich von Modemagazinen bespielt wird. Es ist nicht meine Welt. Es ist eine. Eine, die genauso viel Berechtigung hat wie meine mit Einmachgläsern, die mit Washi-Tape umwickelt und mit „Garam Masala“ beschriftet sind. Und eine, die genauso neutral ist wie die mit dem immer aufgeräumten Kinderzimmer mit pastellfarbenen Leinenkleidchen und Holzspielzeug. Es gibt Nachfrage und die wird bedient. Es ist Business. Social Media erweitert unsere kleinen Welten und unseren Horizont, wenn wir das erlauben. Und es ist nur so echt, wie du es in deinem Kopf zulässt.

Fake reality? Ich bin ein sehr ehrlicher Mensch. Meist taktvoll, oft diplomatisch, aber wenn man mich Konkretes fragt, darf man mit einer ehrlichen Antwort rechnen. Es ist also nicht verwunderlich, dass ich Hashtags #fürmehrrealitätaufinstagram grundsätzlich gerne bediene und auch weiß, dass Menschen, die diese Hashtags verfolgen, sich wünschen, dass Kinderzimmer wieder in ihrer natürlichen Unordnung gezeigt und Wäschekörbe übervoll ins Bild gerückt werden. Dass das Diskonter-Müsli matschig neben dem Spülbecken, in dem sich das Geschirr türmt, zu sehen ist, statt es farbsortiert im Flatlay mit der obligatorischen es schützend umfassenden Hand präsentiert zu bekommen. Liebe Leute, das ist leider eine Selbstlüge. Ich habe mir dieses Thema sogar schon länger als 365 Tage angesehen (nämlich fast 2 Jahre) und Fakt ist: Es ist ein Nischenthema. Unser Auge will es nicht echt. Es will Schein-Echt.
Der Weg, den ich für mich als passend gefunden habe, ist die Kombination aus schönen, teilweise inszenierten Bildern und ganz viel portionsweiser Ehrlichkeit in den Bildtexten. Diese Herangehensweise hat für mich sehr viel mit Wertschätzung zu tun: Ich will weder dein Aug, noch dein Hirn beleidigen.

Relaunch heißt von vorn beginnen. Ich dachte, ich gebe meinem Blog einen neuen Namen, einen besseren Rahmen, aber mit dem Aufgeben des Alten, hat etwas Neues begonnen. Für mich war es ein logisches Anknüpfen auf einer neuen Ebene, aber für fast alle anderen, bin ich ein neuer Blog. Ein neues Gesicht, ein neuer Mitbewerber. Für mich ist es: „Ich mach das seit 7 Jahren, wann wird es leichter?“, aber in Wahrheit trifft die Einstellung: „Hey, sie macht das seit 365 Tagen, sie muss sich ihre Sporen erst verdienen“ viel eher zu. Wer relaunched braucht dasselbe Durchhaltevermögen wie ein Neu-Blogger.

Ich wollte nie Blogger werden, aber es ist okay, wenn sich die Geschichte verändert. Am Anfang dieser 365 Tage ist es mir nicht leicht über die Lippen gekommen: „Ich bin Texterin … und ich blogge.“ Dazwischen ist ziemlich viel passiert, das mich verstehen hat lassen, dass ich wenigstens mir selbst gegenüber sagen können möchte: „Ich bin Texterin und Bloggerin“, weil mir dieses Selbstverständnis die Möglichkeit gibt zu sagen:  „… und ich bin nicht die Einzige. Ich kann jemanden fragen. Ich sitze mit jemandem im selben Boot.“

Was ich mir für die Zukunft vornehme?

  • Menschen die Hemmung am Selbermachen zu nehmen und zum Experimentieren verführen! Ich stelle mir beim Schreiben sehr oft eine ganz bestimmte Person vor und schreibe so, als würde ich genau ihr erklären, wie das Projekt funktioniert. Es hilft mir, keinen der kleinen Schritte auszulassen. Menschen ans Selbermachen, Wiederverwenden, Aufwerten und Upcyceln heranführen, ist meine Art, der Welt ein bisschen Individualität zu geben.
    Weil ich auch sehen möchte, was gebastelt wird, gibt es auf Instagram nun ein Hashtag für alle, die eines meiner DIY-Projekte probieren: #vwievielseitig
  • Faire Honorare für Kooperationen veranschlagen.
  • Weiterhin meine Themen über Trends zu stellen.
    Ich arbeite mit Materialien, die mich interessieren und probiere Techniken aus, die ich spannend finde.
  • Es wieder ein bisschen weniger ernst nehmen.
    Wenn man ein Kind bekommt, ist das erste Jahr das mit den größten Veränderungen. Man passt sich an. Das Leben verändert sich. Und danach schippert man in ruhigeren Gewässern. Ich wünsche mir das auch für VLV. Im ersten Jahr rudert man. Im zweiten darf man auch die Segel setzen und den Wind ein bisschen machen lassen.
  • Es nicht so persönlich nehmen.
    Eine kleine Anekdote dazu: Ich habe kurz vor Weihnachten eine Kooperationsanfrage von einem Unternehmen aus der Lebensmittelbranche bekommen. Man wollte, dass ich ein Upcycling-Projekt mit Verpackungsmaterial erstelle. Lange E-Mail, zweiseitiges Briefing mit Infos über abzutretende Rechte, Freigabeprozess u. s. w. Ich war einverstanden, hab geantwortet, hab mir gefreut. Nie wieder was gehört. Nachgefragt. Keine Antwort. Mittlerweile ist die Kampagne online – mit einer anderen DIY-Bloggerin von der ich im Laufe des Jahres follow-unfollowed wurde, eine Methode zur Follower-Generierung, die ich selbst als opportunistisch empfinde.
    Ich identifiziere mich manchmal zu stark mit der Blog-Marke. Die Wahrheit ist, wenn man öffentlich online ist, wird man für manche zur gesichtslosen Nummer. It’s business. Not personal.

Was schon in Planung ist

  • Gleich im 1. Quartal gibt es eine Kooperation mit einem Unternehmen, auf dessen Produkte ich seit meiner Kindheit schwöre. Die Kooperationsanfrage ist wie aus dem Bilderbuch. Ich freue mich riesig, das gleich zu Beginn meines zweiten Blogjahres machen zu können.
  • Ich prüfe laufend alte Blogbeiträge von veronicard auf ihre Aktualität und ihren Mehrwert für meine LeserInnen. Nach einer Generalsanierung dürfen sie teilweise hierher übersiedeln (von den anderen verabschiede ich mich). Normaler Weise findest du diese Beiträge auf 01.02.2018 rückdatiert, nur wenige werden mit neuem Datum wieder veröffentlicht. Es lohnt sich also durchaus, in der jeweiligen Kategorie auch weiter zurück zu scrollen.
  • Was ich heuer wieder ein bisschen verstärkt tun möchte, ist es, mich auf V wie Vielseitigkeit einzulassen. Im vergangenen Jahr war die Zeit, die ich für VlikeVeronika hatte, vor allem mit Aufbauarbeit (am Blog, auf Instagram und seit Anfang Herbst auch auf Pinterest) ausgefüllt. Themen wie Medienkompetenz bei Kindern (!) und Erwachsenen (Stichwort: „Das Leben der anderen ist so schön. Mein Leben ist langweilig und doof.“), Social-Media-Entwicklung (Wann löst sich die Werbeindustrie von totalen Zahlen und schaut auf Interaktionsraten? Oder: Wird Facebook unser Social-Media-Tschernobyl?), Sprachentwicklung und der Wert des geschriebenen Wortes sind meine berufsnahen Lieblingsthemen. Elternsein auf Augenhöhe, Partnerschaft, Skurriles, Lustiges und Zynisches aus dem Alltag gehören zu mir aber genauso dazu, denn #daslebenistmehralseininstafeed.

 

 

Danke fürs Vorbeischauen. Seit 365 Tagen.
Es sind deine Zugriffe, die mich dranbleiben lassen.

It’s a pleasure!

 

 

Weil ich selbst bei anderen immer neugierig bin, was das nun konkret in Zahlen heißt, habe ich dir hier die relevantesten Daten aufgeschrieben.

Zahlen zum 1. Blog-Jahr

  • Das ist der 85. Blogbeitrag, der auf vlikeveronika.com online gegangen ist.
  • Facts zu den TOP 10 Blogbeiträgen auf VlikeVeronika:
    5 der 10 meistgelesenen Beiträge wurden erst in der zweiten Jahreshälfte gepostet.
    3 der meistgelesenen Beiträge haben nichts mit DIY zu tun.
    Der beliebteste Beitrag hat 4.310 Aufrufe. Morgen werden es mit statistischer Wahrscheinlichkeit 4.500 sein. Jeder Dritte hat die dort verfügbare Anleitung heruntergeladen.
  • Die Seite verzeichnet in den letzten 30 Tagen 15.800 Website-Aufrufe von 8.850 Unique Visitors (Stand: 29. Jänner 2019).
  • Instagram-Wachstum von ca. 270 auf 1.000 bei einer Engagement Rate von 10 bis 15 %
  • Im österreichischen Bloggerranking (blogheim.at) ist VLV innerhalb eines Jahres einer Platzierung nach 500 (512 oder so) auf 204 geklettert.
  • Ich habe 4 tolle Kooperationen abgewickelt und 3 Presseevents besucht.
  • 4 Kooperationsangebote habe ich abgelehnt (darauf bin ich besonders stolz – nein sagen, Authentizität wahren, Rückgrat zeigen).
  • Die meisten Zugriffe hat der Blog über die Google-Suche.

Mehr Daten und Infos gibt es im VLV-Media-Kit, den ich auf Anfrage gerne zusende.

 

12 comments Add yours
  1. Ein ganz toller Text, der offen und ehrlich, authentisch und interessant ist. Ich gebe zu, ich lese nicht viele Blogs, aber wenn mich ein Thema packt, ein Textveinfängt, dann bleibe ich dran. Und Dein Text hat mich eingefangen. Neben der vielen Info auch einfach schön, ein Teil von Dir kennenzulernen. Viel Erfolg weiterhin 🍀

  2. Hach Veronika.. ich bin über den Blogheimat Hashtag zu dir gekommen, und freu mich sehr über meinen Fund.

    Du sprichst mir aus der Seele. Oft dachte ich auch so negativ über das, was ich eigentlich erreichen wollte. Was ich sein wollte und wofür man mich kennen sollte.

    Danke, dass du so ehrlich bist und diese „bösen Gedanken“ auch mal laut aussprichst. Zumindest mir zeigt das, das ich also nicht alleine bin und es auch andere (dich) gibt die über die eigene Meinung gesprungen sind und sich selbst eines vesseren belehrt haben.

    Danke dir! 🙂

    Hanna
    von Wundermaedl.at

    1. Liebe Hanna,

      ich freue mich so, dass es Menschen gibt, die sich rühren, um zu sagen, dass es ihnen auch so geht. Danke für Deine Nachricht! Es ist schön, dass Du mich genau auf diese Weise gefunden hast! Ich freue mich drauf zu entdecken, was Du alles Kreatives umsetzt – die Leidenschaft für Papier verbindet uns schon jetzt.
      Alles Liebe
      Veronika

  3. Wie schön, dass ich Dich “in diesem Internet” gefunden habe, liebe Veronika! Ehrlichkeit und Humor sind doch sehr hilfreich in diesem Geschäft. Ich bin gespannt, was ich im kommenden Jahr alles von Dir lesen darf! Ich selbst bin auch gerade dabei, mich neu zu fokussieren. Noch steht mir mein Kopf noch nicht ganz da, wo er hingehört, aber vermutlich liegt das daran, dass ich auch noch gar nicht so genau weiß, wo er hingehören soll. Aber das gehört ja auch dazu. Also, wir bleiben dran und machen einfach, am liebsten Schönes. Oder? Alles Liebe von Pamela / Glückliche Händchen

    1. Liebe Pamela,
      ja das finde ich auch! Ich habe viel im letzten Jahr durch spannende Internetbegegnungen (kennen-)gelernt und freue mich, dass wir einander beim Basteln und Werkeln zuschauen. Ich bin mir sicher, dass Dein Kopf schon bald mit einer Lösung kommt, die auch fürs Herz passt.

  4. Hey V!
    Was soll ich noch sagen? Du sprichst mir einfach immer wieder aus der Seele! Kann auch dieses Mal wieder alles unterschreiben, was du hier so schön zusammengefasst hast.
    Ich selbst hab ja sogar noch länger als 365 Tage gebraucht um aussprechen zu können, dass ich Bloggerin bin. Aber jetzt wo wir das hinter uns haben, können wir in eine großartige DIY-Bloggerinnen-Zukunft schauen! Ich freu mich drauf 🙂
    Alles Liebe,
    Karin
    http://www.doiteria.com

    1. Liebe Karin, es ist so fein, dass ich in Dir eine “Leidensgenossen” (Freudensgenossin) gefunden hab – ähnliche Herangehensweise anderer Output. Ich bin sehr dankbar, dass Du mir in der kurzen Zeit so viele Fragen beantwortet hast und freu mich so wie Du auf eine tolle DIY-Zukunft. UND: Ich freue mich sehr, dass Du in Sachen #DIYfromAustria dranbleibst!

  5. Was für ein toller, ehrlicher, und wunderbar geschriebener Text (der mir aus der Seele spricht!) . Ich freu mich auf viele weitere schöne Ideen und Texte von Dir!
    Ganz liebe Grüße
    Mell

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