7 Tage Koffeinabstinenz | Das erwartet Dich bei Kaltem Kaffeeentzug

Ich habe sieben Tage Koffeinentzug hinter mir – cold turkey. Keine Vorwarnung, kein langsames Ausschleichen. Ich wusste nicht einmal, dass meine letzte Tasse Kaffee meine letzte (für eine Weile) sein sollte. Wie der Körper auf den Koffeinentzug reagiert und welche Schlüsse ich daraus ziehe.

Es beginnt alles mit recht wenig ideologischem Hintergrund, sondern mit einem Besuch bei der Zahnhygiene. „Vorher schütte ich so viel Kaffee wie möglich in mich rein, nachher traue ich mich wochenlang nur mit Strohhalm zu trinken. Wäre ja schade um die 85 Euro“, denke ich mir am Donnerstag vor meinem Zahnarzttermin. Zwei Tassen Kaffee sind es an dem Morgen, bevor ich mich auf den Weg zu meinem Termin mache. Zu Mittag sind die Zähne strahlend weiß, es geht ab zur Schule, Essen, Hausübung, Kindergarten, dann ein voller Nachmittag – es bleibt im Grunde nicht die Zeit, sich frischen Kaffee zu machen und so geht ein Tag mit verhältnismäßig geringer Kaffeedosis zu Ende. Irgendwo zwischen Abendessen und Schlafengehen entsteht in mir der Gedanke: „Vielleicht trinke ich einfach einmal ein paar Tage keinen Kaffee. Mal schauen, wie das so is.“

Erfahrungsbericht: Kaffeeentzug, Koffeinentzug, Verzichten auf Kaffee

Freitag – Tag 1

Als ich am nächsten Morgen aufwache, bin ich – nach dem Motto: „Kann ja nicht so schlimm sein“ – entschlossen. Ich gehe in die Küche und mache … ja, was? Plötzlich wird mir bewusst, dass ich nicht einfach auf Kaffee verzichte. Ich durchbreche ein Ritual, das so tief in mir verankert ist, dass ich mich gleich einmal ziemlich nutzlos in der Küche fühle. Was kann man denn noch so alles trinken? Ich beobachte noch ein Gefühl, das ich von mir sonst nicht in der Früh kenne: Hunger.

Kaffeeentzug Erfahrungsbericht„Kaffee. Die wichtigste Mahlzeit des Tages.“ In dem Scherz verbirgt sich viel Wahrheit, denn dass Kaffee ein Appetitzügler ist, beweist sich somit schon am ersten Morgen meines Versuchs. Mein Körper merkt, dass ich dem gewohnten Rhythmus, ihn mit Kaffee zu versorgen, nun schon eine dreiviertel Stunde hinterherhinke – das Nervensystem meldet sich mit Alarm: Kopfweh. Alles ist sehr dumpf. Ich fühle mich, als wäre ich in Watte gepackt.
Am Vormittag arbeite ich. Dazu muss man wissen, dass ich meist von zu Hause aus arbeite, insofern ist meine nun folgende Unruhe, die darin endet, dass ich kehrend durch das Vorzimmer laufe, nicht ganz so sozial verstörend. Ich versuche, mich auf die vor mir am Bildschirm flimmernden Sätze zu konzentrieren, um eine Recherche abzuschließen, aber neben stärker werdendem Kopfweh spüre ich eine extreme Unruhe in mir. Bin wahnsinnig unrund. Stehe auf, greife zum Besen, kehre ein bisschen, während ich überlege, was ich trinken könnte. Ich habe starken Durst. Auch das ist ein Gefühl, das ich kaum kenne. Ich mache mir Tee. Zwei Liter Früchtetee und einen halben Liter Wasser trinke ich mühelos an diesem Freitag.

Normaler Weise

Ein Tag ist bei mir mit 4 – 6 Tassen (1 ¼ Liter plus Milch) Filterkaffee verbunden. Hätte man mich vorher gefragt, hätte ich gesagt, dass er mich nicht aufputscht. Ich kann auch schlafen, wenn ich abends Kaffee trinke (nur habe ich da meist keinen Gusto). Um von Kaffee nervös zu werden, braucht es bei mir schon 4 – 5 Tassen aus der Mokkakanne.
Frühstück? Nein, nur gelegentlich an Wochenenden. Mittagessen mit unserem Schulkind. Nachmittags meist noch eine Tasse Kaffee, manchmal kommt die aus der Mokkakanne. Abendessen gibt es normaler Weise gegen halb acht, dazu ein Glas Wasser, gelegentlich ein Glas Wein. Mir ist schon lange bewusst, dass ich zu wenig Flüssigkeit zu mir nehme, deshalb mache ich mir abhängig von der Jahreszeit entweder einen Liter Tee in der Thermoskanne, den ich auf den Tag verteilt trinke, oder eine Flasche Soda. Ich bin nicht konsequent darin, mir regelmäßig zu überlegen, was ich trinken könnte oder möchte, weshalb ich mich nur mit dem Trick „Vorbereiten, Hinstellen, Trinken“ zu einem akzeptablen Trinkverhalten bewegen kann. So entwickelte sich auch das viele Kaffeetrinken. Es ist so wahnsinnig einfach, sich in der Früh Kaffee zu machen und ihn in der isolierten Kanne über Stunden warmzuhalten und zu trinken.
Ich bin eine Nachteule. Funktioniere in der Früh nur, weil ich muss. Am Schulanfang bin ich eine Weile lang eine halbe Stunde früher aufgestanden, nur um alleine meinen Morgenkaffee trinken zu können, ohne vorher Kinder anzuziehen oder nebenbei Frühstück und Jause machen zu müssen. Nach einem halben Jahr geht das wieder ohne Vorlaufzeit.

Zu Mittag bin ich so müde, dass ich beim Vorlesen die Augen nicht mehr offen halten kann, lege mich eine halbe Stunde auf die Couch und schlafe sofort ein – das passiert sonst NIE. Am Nachmittag fühle ich mich gerädert und vergiftet, gebe mir den Boost eines Schokoriegels, fechte einen inneren Kampf gegen den plötzlichen Heißhunger auf Salz und Zucker aus und bin am Abend nach einem schnellen, unmotivierten Restlabendessen um halb zehn dem Ende nahe. Trotz anhaltendem Kopfweh schlafe ich auch jetzt sofort ein.

Samstag – Tag 2

Ein langer Vormittag als Home-alone-Mama steht mir bevor. Sami hat Konzerte in Deutschland, was mich zumindest davor bewahrt, herrlichen Kaffeeduft riechen und widerstehen zu müssen. Um mir das gestrige Hin und Her zu ersparen, mache ich mir 1,5 Liter entkoffeinierten Schwarztee, der mir zumindest das gewohnte Trinkerlebnis vorgaukelt: Es ist warm, etwas herb und hat Milch drinnen. Schön! Darüber hinaus wird der Ritus des In-die-Küche-Kommens-und-Kaffee-Machens durch das Füllen des Wasserkochers ersetzt. Es hilft mir tatsächlich.
Der Kopfschmerz hat in der Nacht nicht nachgelassen. Er begleitet mich durch den ganzen Tag, an dem ich wieder oft Hunger und großen Durst habe, den ich mit Soda und Früchtetee stille. Auch heute kommt mir die Beschreibung „Vergiftung“ unheimlich akkurat für meinen körperlichen Zustand vor.
Am Nachmittag gesellen sich zu den Kopfschmerzen auch Symptome eines grippalen Infektes: Mir ist kalt, der Körper schmerzt immer wieder, mein Ohr sticht. Ich bin mit der Lady auf einer Kindergeburtstagsparty und erleichtert darüber, dass mir kein Kaffee angeboten wird. Es wäre schwer gewesen. Die Lautstärke eines Festes ist für den Kopf anstrengend. Normalerweise würde ich in solchen Situationen kopfüber in meine Kaffeetasse springen – Coffee is a hug in a mug – heute muss ich ohne meinen Schatz auskommen.
Immer wieder kommt in mir das Gefühl auf, dass so starke Entzugserscheinungen nichts Gutes über den vorangegangenen Kaffeekonsum aussagen. Dabei bin ich noch nicht einmal ein Espressoshottrinker, kenne Energydrinks nur vom Kosten. Ich fühle mich geschwächt – entweder bin ich ein Kaffeejunkie auf Entzug oder ein kryptonisierter Superheld.
Es ist unangenehm, aber in mir festigt sich der Entschluss, den Versuch durchzuziehen, weil ich wissen möchte, was passiert, wie es sich anfühlt und wie lange es dauert.

Seit gestern fallen mir immer wieder all die Witze und Punchlines rund um die Kaffeeliebe ein, die im Netz ihre Runden drehen. Ich schmunzle im Normalfall darüber und finde mich in ihnen wieder. Jetzt, so mitten im kalten Entzug, wird mir bewusst, wie sehr Kaffee in unserer Gesellschaft hochstilisiert wird:
„Kaffee erreicht Stellen, da kommt Motivation niemals hin.“
„Gähnen ist der stumme Schrei nach Kaffee.“
„Kaffee dehydriert den Körper nicht, sonst wäre ich schon Staub.“
„You can do it. – Coffee
„Wie fühlt man sich eigentlich ohne Kaffee … Depresso. “
„Die Vorstellung von einem Leben ohne Kaffee ist möglich, aber sinnlos.“
„Wenn ich noch mehr Kaffee trinke, heißt meine Blutgruppe bald Arabica.“
„Coffee is a hug in a mug.“
„But first … COFFEE.“

Kaffeeliebe - Koffeinentzug

Wir schmunzeln über diese Sätze und gehen dann darüber hinweg, wahrscheinlich zum Genuss der nächsten Tasse Kaffee angeregt: „Ah ja, Kaffeeeee. Das wär doch jetzt was.“ Ich weiß es, ich mache es nämlich genauso. Ich feiere meinen Kaffee. Ich liebe ihn. Er gehört zu meinem Vormittagsworkflow, zu meinem Wochenendchillmodus, zu jedem Besuch von oder bei Freunden. Kaffee, Kaffee, immer Kaffee. Mittlerweile blicke ich auf eine zwanzigjährige steile Kaffeekarriere zurück: Filterkaffee, Mokkakanne, Kapselmaschine, Espressomaschine, French Press – wir hatten unsere heißen Romanzen, manche erkalteten rasch, andere kommen und gehen phasenweise.
Aber wenn ich mir so beim Koffeinverzicht zusehe, ist es doch mehr ein Koffeinentzug. Es ist nicht in erster Linie der Geschmack, der mir fehlt, es sind das Koffein und das Ritual. Und tief drin in mir, graut mir davor, von einer banalen Sache wie Kaffee eine so fundamentale Auswirkung in mir zu spüren. In meinem aktuellen Zustand ist es so, dass ich mit Koffein besser funktionieren würde: Kein Kopfweh, keine Unruhe, keine Verdauungsprobleme, kein In-der-Luft-hängen. Aber es gibt auch viele Nicht-Kaffeetrinker, die einwandfrei funktionieren, und an diesen Punkt möchte ich meinen Körper führen.

Sonntag – Tag 3

Mein lieber Mann ist nach wie vor in Deutschland. Kein ablenkender Kaffeegeruch also.
Ich habe solchen Hunger, dass ich den Kindern und mir in der Früh Kaiserschmarrn mache. Einen Tag möchte ich es noch ohne Kopfwehtablette aushalten, wenn der Kopfschmerz bis morgen nicht besser wird, werde ich nachhelfen. Irgendwann muss er doch von selbst verschwinden! Es gibt wieder koffeinfreien Schwarztee.
Beim Blick in den Spiegel fällt mir auf, dass mein Teint rosiger ist als sonst.
Ab Mittag sind wir bei meinen Eltern. Ich warne gleich vor, dass ich heute keinen Kaffee trinken werde und umgehe damit, dass der Geruch mich schwach machen wird. Kaffee ist für mich – so wie Wein – ein mit Genuss und Entspannung verbundenes Socializing-Getränk. Wenn man mich fragt, werde ich meist „Ja, bitte gerne“ sagen.
Die Grippesymptome von gestern sind verschwunden. Dafür habe ich Kreuzschmerzen, die in mein rechtes Bein ausstrahlen, das sich dadurch taub anfühlt. Als stimme etwas mit der Durchblutung nicht. Es hält sich bis zum Schlafengehen.

Am Abend will ich mehr zum Thema Kaffee lesen: Wirkungsweise, Vor- und Nachteile, Studien.
Kaffee soll für Asthmatiker gut sein, sich vorbeugend gegen manche Krebserkrankungen auswirken, der Lebergesundheit zuträglich sein. Es gibt unterschiedliche und vor allem widersprüchliche Studien zum Thema Koffeingenuss und Gallensteinrisikoreduktion, deren Ergebnisse hier gut zusammengefasst sind. Schlussendlich wird relativiert: Es gibt Hinweise auf die Risikoreduktion, doch die dahinterliegenden Mechanismen sind noch nicht vollständig geklärt.
Für alle Krankheiten, auf die sich der Kaffeekonsum präventiv auswirken kann, gilt: Es kommt auf bestimmte Mengen von Koffein an.
Kaffeegenuss hat aber auch seine Schattenseiten, die beispielsweise auf dieser Seite interessant und sehr umfassend dargelegt werden. Kaffeekonsum führt zur Ausschüttung von Adrenalin und versetzt den Körper in einen Aufregungszustand – wir sind leistungsfähiger. Ebbt der Effekt ab, reagiert der Körper mit Erschöpfung, Kopfschmerzen oder auch Reizbarkeit, was uns immer wieder Nachschub holen lässt, wodurch schlussendlich die Toleranz der Koffeineinnahme erhöht wird. Der Gewöhnungseffekt setzt ein. Der Umkehrschluss ist einfach: Entzieht man dem Körper das, woran er gewöhnt ist, wird das nicht spurlos an uns vorbeigehen – das kann schon bei geringen Dosen der Fall sein.

Montag – Tag 4

Ich wache ohne Kopfweh auf. Ich mache Kaffee. Nicht für mich, sondern für Sami. Es stört mich nicht. Genaugenommen finde ich den Geruch ein bisschen grauslich, wenn ich direkt neben der Kaffeemaschine stehe. Im Haus duftet er aber gut. Wie an jedem der letzten koffeinfreien Tage habe ich Hunger.
Ich arbeite und es geht mir wieder leicht von der Hand.
Am Nachmittag stellt sich erneut leichtes Kopfweh ein.

Dienstag – Tag 5

Ich wache ein paar Minuten vor dem Weckerläuten auf, das wird sich auch die nächsten Tage fortsetzen, wie ich bemerke.
Kein Kopfweh. Ich fühle mich wie neu. Ich schaffe viel. Mein Teint ist rosig. Mein Körper fühlt sich nicht mehr fremd und vergiftet an. Aber so ein Nachmittagskaffee nach eineinhalb Stunden an der frischen Schneeluft … das wäre doch was. Eine Belohnung hätte ich jetzt schon verdient. Ich reiße mich am Riemen. Der Schokoriegel muss wieder als Kaffeeersatz herhalten.

Mittwoch – Tag 6

Ich glaube, ich bin durch das Ärgste hindurch. Es fällt mir nicht schwer, Kaffee für Sami zu machen. Am Vormittag bin ich unterwegs, eine Kaffeepause ergibt sich also gar nicht. Am Nachmittag haben wir einen sehr langen Termin mit den Kindern im Spital. Wir stellen ihnen etwas Süßes vom Bäcker in Aussicht. Wir fahren in eine Bäckerei mit Kaffeehaus. Es gibt Kuchen, Krapfen und Kipferl. Was trinkt man dazu? Kaffee! Ich hadere ein bisschen mit mir. Dreieinhalb Tage Kopfweh sind Folter. Warum sollte ich das provozieren, wenn ich weiß, wie ich es verhindern kann? Ich finde die Mittellösung, die mein Belohnungszentrum befriedigt, aber auch den Versuch respektiert und bestelle eine kleine Tasse koffeinfreien Cappuccino.
Sami findet das reichlich unschlau von mir. Er vermutet, dass ich dem Körper, den ich so erfolgreich entwöhnt habe, damit den kleinen Finger hinstrecke und er morgen die ganze Hand von mir wollen wird.

Donnerstag – Tag 7

Ritualisierter Kaffeegenuss - KoffeinentzugIch schreibe diesen Beitrag. Wenn man das Wort Kaffee ungefähr fünfzigmal geschrieben hat, bekommt man Gusto. Ich bleibe stark. Um der Kopfwehvermeidung willen, wegen des Versuchs und meinen Rechenschaftspartnern – Euch LeserInnen.
Dort, wo ich vor dem siebentägigen Koffeinentzug war, möchte ich nicht mehr hin. Ritualisierter Koffeingenuss ist, genauso wie jedes andere Genussmittel, das ohne viel zu überlegen eingenommen wird, Gift für meinen Körper. Dass meine Ausweichroute über den Schokoriegel geführt hat, ist für mich für eine Woche okay, längerfristig muss ich mir aber Alternativen ausdenken. Ich habe 1 Kilo mehr als letzte Woche – kann ein ungünstiger Wiegezeitpunkt oder etwas anderes gewesen sein, aber ich behalte das im Auge.

Ich hatte eine Woche Zeit, mir Gedanken über das Danach zu machen. Mein Ziel ist es, Kaffee neu zu besetzen. Kaffee ist ein Genussmittel, und Genuss wird in unserer Gesellschaft hochgehalten. Wir genießen gerne und – wenn es uns nicht eindeutig schadet – oft. Gleichzeitig ist Kaffee aber auch ein Wachmacher mit salonfähig aufputschender Wirkung. Man vergisst ob des Hypes um den Kaffee, den man überall bekommt, und all der witzigen Punchlines, dass Kaffee eben auch eine nicht zu unterschätzende Wirkung hat, die bei verstärktem Genuss nicht ausgehebelt, sondern vom Körper nur besser toleriert wird. Entzieht man dem Körper aber das Koffein, wird er das nicht als bedeutungslos abwinken. Ich nehme mir vor, Kaffee als Genussmittel zu behandeln. Genussvoll in der Früh am Frühstückstisch oder bewusst genießend mit und bei Freunden, aber aus der tassenweisen Infusion bin ich (hoffentlich dauerhaft) raus.
Wann ich meinen nächsten Kaffee trinke? Keine Ahnung, aber ich bin mir relativ sicher, dass er koffeinfrei sein wird.

Wenn Du denkst: „Na geh, da übertreibt sie aber!“ und Dich für suchtfrei hältst, probier es aus – drei Tage, eine Woche oder länger – und beobachte, ob Du wirklich so unabhängig von Koffein bist, wie Du glaubst. Ich bin gespannt auf Erzählungen und freue mich über Kommentare!

7 Tipps für den Koffeinentzug

  1. Go cold turkey! Um die ganze Sache nicht schwerer zu machen, als sie ohnehin ist, ist der kalte Entzug von heute auf morgen empfehlenswert. Das langsame Ausschleichen verlängert die Entzugssymptome unter Umständen und die Motivation, etwas zu verändern, schwindet. Und: Wir reden hier von Kaffee. Nicht von Drogen. You can do it!
  2. Wähle den richtigen Zeitpunkt: Vor einem langen Wochenende zu beginnen, macht am meisten Sinn. Wer sich mehrere Tage bewusst in den Offline-Modus stellt, wird nicht dieselben Hochleistungen erbringen wie sonst.
  3. Bereite Deinen Snackplan vor: Wer auf den appetitzügelnden Kaffee verzichtet, wird neben Hunger auch Heißhunger bekommen. Wer den Versuchungen nicht erliegen will, sollte mit gesunden Snacks im Vorratsschrank vorsorgen. Nüsse, Obst und Gemüse zum Knabbern.
  4. Überlege Dir gesunde Alternativen für die Flüssigkeitszufuhr: Kräuter- und Früchtetees, Wasser, Mineral. Achte darauf, auch alle anderen koffeinhaltigen Getränke wie Schwarztee, Grüntee, Energy Drinks oder Cola von Deiner Getränkeliste zu streichen.
  5. Weihe jemanden ein: Bei allen Vorsätzen ist ein (gnädiger) Rechenschaftspartner ein guter Anker, der davon abhält, in alte Gewohnheiten abzudriften.
  6. Man muss es sich nicht unnötig schwer machen: Schalte den Kopfschmerz mit einer Schmerztablette aus.
  7. Für den Ernstfall gewappnet: Damit Du besonders in den ersten Tagen nicht schwach wirst, kannst Du Dir eine Flasche mit vorbereitetem Getränk mitnehmen. Ich trinke gerne Kräuter- oder Früchtetees mit einem Schuss Orangensaft, wenn Dir aber Ingwertee schmeckt und Dir frischer Ingwer in die Hände fällt, dann eignet sich auch der wunderbar.
    Ingwertee (500 ml):
    6 – 8 Scheiben gewaschenen, ungeschälten Ingwer in die Flasche/Kanne geben
    mit ½ Liter kochendem Wasser aufgießen und 15 Minuten ziehen lassen – der Ingwer kann auch länger im Wasser bleiben
    mit einem Teelöffel Honig süßen und mit dem Saft einer halben Zitrone pimpen
18 comments Add yours
  1. Sehr interessante deine Erfahrungen zu lesen. Vor einem halben Jahr hab ich auch mit Kaffee trinken aufgehört. Hab zu dem Zeitpunkt c.a. 3 Tassen pro Tag getrunken. Mir ging es ähnlich wie dir, die ersten Tage waren sehr schwer, mit Kopfschmerzen, müde, wie in Watte gepackt- kommt mir bekannt vor (: ich hab dann c.a. Ein Monat gar kein Koffein zu mir genommen, und hab in der Zeit bemerkt, dass ich besser und tiefer schlafe, ohne Probleme in der früh aufstehe und ansonsten ruhiger war und mich mehr present gefühlt habe. Mittlerweile trinke ich ein bis zwei schwache Kaffees pro Tag! (:

    1. Liebe Damaris, schön auf diesem Weg von Dir zu lesen! Das motiviert mich sehr, weiter zu machen. Ich merke nämlich schon, dass ich ausgeschlafener bin, aber wenn ich mich dadurch auch langfristig wacher bin, wäre das ein absolutes Ziel. Ich glaube festzustellen, dass ich weniger gereizt bin.
      Toll, dass Du das so umstellen konntest!

  2. Vielen Dank für Deinen Erfahrungsbericht! Es motiviert mich sehr meinen Entzug weiter durchzuhalten.
    Ich hatte es schon mal geschafft, bin aber wieder schwach geworden.
    Koffein ist meine schlimmste Droge! Dabei trinke ich nur 1-2 Tassen pro Tag.

    Ich habe einen recht niedrigen Blutdruck und falle jedesmal, abhängig von der Menge zugeführten Koffeins, in ein mehr oder weniger tiefes Loch. Im schlimmsten Fall bin ich dann zu gar nichts mehr fähig und liege nur noch völlig schlapp herum.

    Solange das Koffeins wirkt habe keinen Hunger, aber wehe die Wirkung lässt nach, dann bekomme ich richtige Heißhungerattacken. Was dazu führt, dass ich abends zu viel esse. Das wiederum führt dazu, dass ich schlecht schlafe und morgens wieder Koffein brauche um halbwegs klar zu kommen.
    Außerdem bekomme ich, extrem kalte Hände und Füße und friere ganz allgemein.
    Die Konzentration lässt deutlich nach und die Augenlieder werden schwer.
    Meine Motivation für irgendwas geht gegen Null.

    Ich bewundere Deine Schmerztolleranz! Bei mir erreichen die Kopfschmerzen bei jedem neuen Entzugsversuch untolerierbar Ausmaße, sogar dann, wenn ich 1-2 Tage vorher mit grünem Tee ausschleiche.

    Heute ist mein zweiter Tag ohne Koffein. Die Kopfschmerzen sind vorbei und heute Morgen war ich schon etwas fitter als sonst. Auch auffällig war für mich, dass ich auf meinem Fahrrad trotz Minusgrade deutlich weniger fror als sonst.
    Auch die leicht depressive Stimmung lässt langsam nach.

    Drück mir die Daumen, dass ich durchhalte!
    Ich halte Dich auf dem Laufenden.

    Liebe Grüße
    Stephan

    1. Super, dass Du es wieder versuchst Stephan! Ich drück Dir die Daumen, dass Du durchhältst und dann auch (weitgehend) abstinent bleibst. Grad im Winter ist es sicher ratsam sich von Lebensmitteln fernzuhalten, von denen man ahnt oder weiß, dass sie eine depressive Stimmung intensivieren können.
      Du schaffst das!

  3. Ich habe schon unzählige Male mit Koffein aufgehört. Die Entzugserscheinungen sind jedes Mal ziemlich schlimm.

    Meine Koffeinsucht habe ich seit ca 15 Jahren. Wobei am Anfang war mir gar nicht klar dass ich süchtig bin. Irgendwann hatte ich dann mal den Verdacht, dass Kopfschmerzen etwas mit koffeinentzug zu tun haben könnten, dann hatte ich gegoogelt und meine Vermutung hat sich bestätigt.

    Heute weiß ich sehr genau welche Symptome durch den koffeinentzug auftreten. Es ist so gut wie sicher dass ich Kopfschmerzen bekomme. Die können viele Tage anhalten. Die ersten zwei Tage ist es am schlimmsten und dann wird es immer weniger… Es ist durchaus möglich dass dann auch immer ein Tag keine Kopfschmerzen vorhanden ist, und dann wieder. Die Symptome bei mir sind teilweise sogar Krippe ähnlich. Ich liege dann völlig abgeschlagen 1 bis 2 Tage im Bett und auf der Couch herum und bin zu nichts zu gebrauchen. Die Stimmung ist leicht depressiv. Kein Antrieb oder Motivation für irgendwas vorhanden. Was ich auch festgestellt habe, dass ich Heißhungerattacken nach bekomme. Dieses Mal war ich vorbereitet, und habe mir viele Süßigkeiten geholt und bin ordentlich am futtern die letzten zwei Tage, was aber nicht schlimm ist, da ich je noch zwei bis vier Kilo zunehmen möchte.
    Zudem habe ich festgestellt, dass ich auch Verstopfung bekomme.

    Aus meiner Erfahrungen von früher weiß ich, dass nach einer gewissen Zeit, wenn der Körper sich vom Koffein entwöhnt hat, ich weniger Schlaf benötige. Insgesamt bin ich viel ausgeglichener und stressresistenter. Mein Energie Level ist insgesamt höher. Ich merke das auch an meiner Persönlichkeit, dass ich anders bin, wenn ich clean bin. Meine Stimme ist anders, sie ist deutlich ausgeglichener und entspannter und ruhiger, und insgesamt bin ich viel lockerer und lustiger.

    Koffein stimuliert die Nebenniere, die da durch Adrenalin ausschüttet. Adrenalin ist ein Stresshormon. Wir setzen unser Körper künstlich unter Stress damit. Stress ist ungesund. Das hat Auswirkung auf den Cortisolspiegel. Die Nebenniere dient aber auch noch dazu Serotonin zu produzieren, was in Wechselwirkung mit Adrenalin oder Cortisol steht. Wenn die Nebenniere die ganze Zeit damit beschäftigt ist Adrenalin zu produzieren, und sie zu sehr stimuliert wird, dann ist sie irgendwann ausgelaugt und die Serotoninproduktion wird vernachlässigt. Ich habe immer wieder festgestellt wenn ich clean war, dass ich ein ganz anderes Lebensgefühl hatte. Da war diese innere Zufriedenheit, diese Ausgeglichenheit.
    Wenn wir mit Koffein unsere Nebenniere stimulieren, und die Adrenalin ausschüttet, dann dient dieses Adrenalin normalerweise dazu in einem Flucht oder Kampf Modus zu kommen. Das Adrenalin dient dazu die Reserven im Körper freizugeben, damit der Mensch im Notfall überlebensfähig bleibt. Durch das Anzapfen dieser Notreserven, können wir unseren Körper auslaugen. Deswegen bin ich auch der Meinung dass das Energielevel wenn man kein Koffein konsumiert deutlich höher ist. Da man insgesamt ruhiger und ausgeglichener und beständiger fährt. Ich vergleiche das mit einem Sprint und einem Marathon.

    Jetzt kann man sich natürlich die Frage stellen, warum habe ich denn dann immer wieder mit Koffein angefangen, wenn die Vorteile doch so toll sind wenn man kein Koffein konsumiert bzw clean ist?

    Ich habe festgestellt , dass es meistens wieder anfange , wenn ich viel Probleme habe , oder depressiv bin und aufgrund meiner Stimmungslage total unmotiviert und kraftlos mich fühle . Und dann greife ich zur Tasse , und dann ist die Ampel erstmal auf grün gestellt . . . Danach arbeite ich wie ein Roboter und bin produktiv und voller Elan. Es ist da nicht so dass ich danach gleich wieder anfange und durchgehend viel Koffein konsumiere, aber ich greife dann immer mal wieder zum Koffein und nach und nach erhöht sich langsam wieder die Dosis. Am Anfang brauche ich nur sehr wenig.
    Am Anfang trinke ich dann z.b. oft nur sehr wenig Matcha, steigere dann aber immer weiter die Dosis, bis zum Tag X wo ich dann wieder aufhöre 😀

    Wenn ich komplett clean bin und trinke abends einen halben Liter Cola, dann kann ich die ganze Nacht nicht schlafen. Aber auch verständlich, denn auch Cola enthält 10 Milligramm Koffein je 100ml, was so gesehen nicht wenig ist (in clean-phase). Selbstverständlich sind in einer Sucht Phase, wo man eine hohe Dosierung fährt, 50 mg nicht wirklich viel. Da kann man sowas ganz easy vorm Schlafengehen trinken.

    Das Problem am koffein ist, die Wirkung kann unglaublich toll sein. Zumindest bei jemanden wie mir. Es gibt da auch Menschen die merken nicht die Wirkung von Koffein und können daher auch problemlos mit Koffein aufhören. Es gibt aber auch genauso viele Menschen die gar nicht kapieren, wie süchtig sie sind nach dem Zeug sind. Die reden sich dann ein sie dringendes nur wegen dem Geschmack Punkt erinnert mich ein wenig an den Alkoholiker der täglich sein Bier trinkt und dem schmeckt sein Bier natürlich auch ganz fantastisch toll.
    Ich konsumiere Koffein zur Leistungssteigerung. Gerade wenn man länger keinen Koffein konsumiert hat, und die Wirkungen sich wieder voll entfaltet, kann diese sehr toll sein. Total aufgeputscht, voller Energie, und voller Arbeitswut 😀
    Oder was ich auch schon öfters gemacht hatte, als ich clean war, dann hatte ich Koffein nur vor dem Sport konsumiert, und die aufputschende Wirkung war fantastisch 😀
    Ich habe dann trainiert wie ein verrückter. Fit wie Superman 😉

    Ich habe für mich festgestellt, dass ein gelegentlicher Konsum, oder ein geregelter Konsum leider nicht möglich ist. Ich habe das nicht im Griff. Deswegen mache ich dann irgendwann immer einen kalten Entzug. Da die Entzugserscheinung jedesmal ziemlich massiv sind, bin ich mir ziemlich sicher, dass Kaffee nicht gesund ist. Bzw Koffein ist ungesund. Es ist unnatürlich, bringt den Körper und den Hormonhaushalt aus dem Gleichgewicht. Es setzt den Körper künstlich unter Stress. Stress ist ungesund. Es übersäuert den Körper. Es ist schlecht für die Haut. Und es reizt die Menschen, es gibt den Menschen einen Tunnelblick, es unterdrückt die Serotoninproduktion und verdrängt die Ausgeglichenheit und den inneren Frieden und Harmonie. Es macht viele Menschen aggressiv und gereizt.

    Ich denke die Welt wäre ein friedlicher Ort ohne Koffein 😀

    1. Lieber Karlito, HUT AB für diesen Kommentar. Danke, dass Du Dir Zeit genommen hast, den vielen MitleserInnen von Deiner Erfahrung mit dem Kaffeeentzug zu berichten. Ich bin mir sicher, dass sich viele in Deiner Schilderung wiederfinden. Meine letzte Kaffeepause ist schon wieder eine Weile her. Dein Kommentar hat mich meine Gewohnheiten wieder reflektieren lassen und ich kann sagen – ich bin seit dieser Woche wieder sehr happy mit einer Tasse (statt 4) Kaffee. Vielleicht hat meine Antwort auch deshalb so lange gebraucht : ). Aber es tut mir gut, danke für Deinen Schubser.

    2. Echt krass, ich kann den Inhalt, dieser Worte zu 100 Prozent bestätigen, als hätte ich diesen Text selbst geschrieben.
      Wie kann Kaffee (Koffein) im Mainstream nur als gesund angepriesen werden, wenn die Nebenwirkungen doch so offensichtlich sind. Ich denke Kaffee zerrt den Körper nach und nach aus und treibt das Energielevel geradewegs in den Keller. Irgendwann ist man dann nur noch mit Kaffee so munter wie man sonst ohne wäre, und ohne Kaffee (als Junkie) so müde als hätte man eine Nacht nicht geschlafen.

    3. Hi, Spracherkennung funktioniert nicht richtig. Blöd, wenn man solche Texte lesen will.
      Den Text nochmal Korrektur zu lesen macht dann Sinn!

      Deine Infos waren dennoch sehr interessant. Besonders über die Serotoninproduktion etc.

      Danke!

  4. Hallo zusammen,

    Welch ein toller Beitrag – auch in den Kommentaren!

    Ich trinke seit gut 20 Jahren viel Kaffee. Wahrscheinlich über einem Liter am Tag. Wenn ich die Wahl am Automaten habe, mache ich den Kaffee extra stark. Das hat eigentlich immer gut funktioniert bzw. ich habe dem Kaffee nie schlechte Wirkung auf meinem Körper nachweisen können. Bis jetzt!

    Mein Arzt hat mir deutlich nahegelegt das mit dem Kaffee sein zu lassen. Ohne Feedback vom Arzt hätte ich vielleicht nie aufgehört!). Heute ist Tag 4: Ich bin klar abgeschlagen. Vormittags ist es noch meist ok. Aber ab Mittag kann ich nur noch durchschlafen. Schlimmer noch: mich begleiten Grippeähnliche Sympthome. Die werden von Tag zu Tag auch nicht besser, sondern schlimmer. Heute Schüttelfrost, leicht phantasiert, Bauchschmerzen und diese elendigen Kopfschmerzen, die nie aufzuhören scheinen.

    Noch bin ich mit dem Entzug nicht durch. Hinterher fange ich nicht wieder damit an. Wenn etwas so schlecht auf mich wirkt, ist es echt vergiftend. Jeder der mir das vorher gesagt hätte, hätte ich ausgelacht. Nun ist mir völlig klar, dass das stimmt.

    1. Lieber Michael,

      danke für Deinen Kommentar. Ich hoffe, Du bist durch die Kopfwehphase durch und genießt langsam das andere Lebensgefühl. Es geht uns wohl allen sehr ähnlich: Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit, taube Beine … das sind alles ganz typische Suchanfragen im Zusammenhang mit Kaffeeentzug. Ich freue mich, dass sich hier viele Gleichgesinnte finden, die wissen dürfen, dass sie keine Mimoserln sind, sondern alle unter sehr typischen Koffeinentzugserscheinungen leiden. Mögen wir uns lange dran erinnern und unseren Kaffeegenuss dementsprechend dauerhaft gesünder regeln!

      Gutes Gelingen für Dein Vorhaben wünscht Dir
      Veronika

  5. Hey Vroni,
    cooler Beitrag, sehr sachlich geschrieben und nicht so ein hysterischer schwachsinns Beitrag!
    Ich selbst cycle regelmäßig mein Koffein von Trainingswoche zu Trainingswoche, dabei steigert sich die Dosis von Woche zu Woche um 1mg pro kg Körpergewicht, nach 6 Wochen gibt es 2 Wochen Koffeinpause:) Die ersten 2-3 Tage sind ebenfalls sehr anstrengend ohne Koffein, aber die Regeneration unglaublich hoch. Trinke während dieser Zeit immer light Getränke welche koffein free sind, und entkoffeinierten Kaffe. Viele Grüße

    1. Danke Philip! Ich muss gestehen, ich habe keinen einzigen Erfahrungsbericht gelesen, drum ist es besonders schön zu hören, dass er sich von den anderen durch Unaufgeregtheit abhebt.
      Dein Cycle klingt sehr interessant (und auch ein bisschen nach Selbstgeißelung, wenn Du das alle 6 Wochen durchmachst). Was spricht für Dich persönlich dagegen komplett aufzuhören (oder Gelegenheitskaffeetrinker zu werden)?

      Und bitte noch einen Tipp: Was trinkst Du, um den Tag zu starten, wenn Du gerade deine 2-wöchige Pause machst?

      Ich bin grad selber wieder am reduzieren – diesmal nicht nach Kalter-Entzug-Methode, sondern es gibt milden (oder entkoffeinierten) Kaffee und nur 2 Tassen am Tag oder entkoffeinierten Schwarztee. Bin aber gespannt zu hören, welche anderen guten Alternativen Du für den Aufstehkaffee hast.

      Liebe Grüße
      Veronika

  6. Ich bin durch Recherche hier gelandet.
    Ich habe Gastritis und und und…
    Daher versuchte ich es zur Unterstützung meiner Genesung mit TCM. Zum Frühstück und Abendessen gehören für mich seit etwa 10 Tagen der berühmt berüchtigte Congee. Mal mache ich ihn süß mal pikant je nachdem wie ich Lust und Laune habe. Tut meinem Magen mehr als gut. Er erzeugt ein wohlig warmes Gefühl im Bauch, das ich sehr genieße. Manchmal legte ich mich ins Bett um diese wohlige Wärme zu genießen.
    Bisher habe ich jeden Tag ganz sicher 1 Liter Filterkaffe und mehr getrunken.
    Ab der Congee-Zeit vergaß ich plötzlich auf Kaffee überhaupt. Ich dachte nicht mehr daran.
    Bis heute. Allerschrecklichste Kopfschmerzen und Depression, unfähig irgendwas zu machen.
    Ich dachte nach und erst jetzt realisierte ich, dass ich keinen Kaffee getrunken habe. Etwa eine Woche lang, oder sogar länger?
    Wie dem auch sei. Ich machte mir eben, am Nachmittag, eine halbe Tasse Filterkaffee.
    Die Kopfschmerzen waren nach 5 Minuten weg, benommen und depressiv fühle ich mich immer noch, aber durch die halbe Tasse Kaffe habe ich auch wieder starke Magenschmerzen.
    Schon nach wenigen Minuten nach dem “Kaffeegenuß”.
    So jetzt weiß ich aus eigener Erfahrung Bescheid.
    Fazit: Der Kaffee muß weg.
    Ich weiß jetzt ganz genau, daß ich mir damit was Gutes tue.

    1. Liebe Roswitha,
      es ist schön zu lesen, dass Du einen guten Weg für Dich gefunden hast. Unser Körper sagt uns ja eh, was gut für ihn ist, wir müssen nur lernen, auf ihn zu hören, weil es keine allgemein gültigen Regeln gibt. Das ist herausfordernd. Ich wünsch Dir, dass Du auf Kurs bleiben kannst und auch die depressive Verstimmung sich legt.
      Liebe Grüße
      Veronika

  7. Hallo Veronika,

    vielen Dank für Deinen ausführlichen Bericht. Ich hatte vor ein paar Tagen die Idee, mal wieder zu versuchen, ob ich mit koffeinfreiem Kaffee zurecht komme. Das war für mich früher eine Selbstverständlichkeit. Heute nicht mehr.

    Ich hatte neulich schon mal einen Versuch, da hat mich aber die Müdigkeit heimgesucht und so habe ich dann wieder Kaffee mit Koffein getrunken. Ich bin gar nicht auf die Idee gekommen, diese Müdigkeit mit Koffeinentzug in Verbindung zu bringen. Ich habe halt manchmal müde Phasen, die mit anderen Umständen zusammenhängen. Also dachte ich mir: Der Zeitpunkt ist wohl gerade ungünstig.

    Vorgestern hatte ich dann keine Pads mehr, also habe ich wieder die koffeinfreien genommen. Und wieder begann die Müdigkeit. In den letzten Tagen hatte ich auch immer wieder Kopfschmerzen, die ich nicht zuordnen konnte. Gestern war ich auch wieder so müde und habe dann mal getestet: Ich habe auf einer Feier einen Kaffee getrunken und schon war alles wieder in Ordnung. Keine Kopfschmerzen mehr, ich war wieder wach und voller Antrieb.

    Heute bin ich wieder extrem müde und wollte eigentlich schon Kaffee mit Koffein holen, da habe ich hier Deinen Beitrag gefunden. Das hat mir die Augen geöffnet, ich muss das wirklich ernst nehmen und auch als Sucht behandeln. Deshalb gibt es jetzt nur noch Kaffee ohne Koffein. Wenn ich das hinbekomme, dann kümmere ich mich um das Thema Cola.
    Ich denke, es ist wie bei jeder Sucht: Einmal wieder angefangen, ist man wieder sofort drinnen, weil ja die Wirkung wieder sofort da ist und der Kreislauf beginnt. Kontrollierter Konsum scheint mir deshalb als nicht möglich. Das ist auch gut in den Kommentaren hier zu lesen: Alle, die nicht komplett abstinent geblieben sind, müssen sich das nun noch mal und noch mal antun.

    Ich wünsche Euch allen, dass Ihr das hinbekommt.

    Vielen Dank und liebe Grüße
    Tsekyi

  8. Liebe Veronika,

    fast sieben Monate sind seit meinem letzten Beitrag vergangen.
    Leider hielt meine Abstinenzphase nur wenige Tage an.
    Ich trank wieder einige Zeit Kaffee und versuchte erneut einen Entzug.
    So ging das einige Monate hin und her in denen ich immer wieder rückfällig wurde.

    Vor ca. einem Monat bin ich komplett auf grünen Tee umgeschwenkt und was soll ich sagen: Die Tiefs bei nachlassender Koffeinwirkung haben deutlich an Intensität verloren, sodass ich grünen Tee wirklich empfehlen kann!
    Er färbt auch die Zähne nicht ein wie Kaffee oder schwarzer Tee es tuen und die Wirkung ist lang anhaltend ohne, dass man dauernd nachlegen muss!
    Grüner Tee reizt auch den Magen nicht so sehr wie Kaffee.

    Am liebsten jedoch bin ich gänzlich ohne Koffein, denn noch immer habe ich Probleme sowohl mit der am Abend abnehmenden Energie, „Essstörungen“ und Schwierigkeiten morgens aus dem Bett zu kommen.

    Also habe ich mal wieder einen Koffein-Entzug gestartet. Diesmal vom Tee.
    In den letzten Wochen kam ich auf 3 – 4 Tassen grünen Tee pro Tag.
    Der Entzug ist, trotz deutlich geringerer Koffeinmenge und Ausschleichen mit einer Tasse Tee an den ersten beiden Entzugstagen, recht stark.
    Schon nach kurzen Anstrengungen, wie einer flotten Radtour von 20 Minuten, was mir als Dauerradler sonst keinerlei Probleme macht, war ich ziemlich erschöpft.

    Gestern trank ich meine letzte und einzige Tasse schwachen Tee.

    Der Plan ist nun, Koffein in Form von grünem Tee nur noch einzusetzen, wenn es unbedingt sein muss. Dann wirkt er als lang anhaltender Booster und nicht wie Kaffee, der eher den Effekt eines Strohfeuers hat.

    Ich halte Dich auf dem Laufenden.

    Liebe Grüße
    Stephan

    1. Ich bin gespannt, wie es bei Dir weitergeht. Ich glaube, es ist äußerst menschlich-normal, dass das Kaffeeverzichtsthema in Wellen kommt und geht.

      Ich trinke häufig entkoffeinierten Schwarztee und Kaffee. Damit ist es für mich auch leichter, den Koffeinkonsum zu reduzieren, ohne auf den Geschmack verzichten zu müssen.

      Liebe Grüße Veronika

  9. Herzlichen Dank für alle Beiträge! Faszinierendes Thema! Teile selbst die meisten eurer Erfahrungen! Will auch dabei bleiben keinen Kaffee mehr zu trinken und werde eure Erfahrungen mit auf meine Reise nehmen.

    LG, Sebastian

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